Wer in Trier einen Friseur, eine Schreinerei oder ein Café sucht, bekommt bei Google oft eine Karte mit einer kleinen Auswahl an Betrieben aus der Nähe angezeigt. Ob Du dort auftauchst, kannst Du ohne Werbebudget beeinflussen, vor allem mit sorgfältig gepflegten Angaben.
Wie Google lokale Ergebnisse sortiert
Google nennt selbst drei Hauptfaktoren für das lokale Ranking:
- Relevanz: Wie gut passt Dein Eintrag zu dem, was jemand sucht? Vollständige und genaue Angaben helfen Google, Dich passenden Suchanfragen zuzuordnen.
- Entfernung: Wie weit ist Dein Betrieb von der suchenden Person entfernt? Teilt sie ihren Standort nicht, nutzt Google die Informationen, die es darüber hat.
- Bekanntheit: Wie bekannt ist Dein Unternehmen? Google nennt dafür unter anderem, wie viele Websites auf Dein Unternehmen verweisen und wie viele Bewertungen Du hast.
Die Entfernung kannst Du kaum beeinflussen, schließlich ziehst Du nicht für ein besseres Ranking um. Relevanz und Bekanntheit dagegen kannst Du gezielt stärken.

Das Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen
Das Google-Unternehmensprofil ist Dein Eintrag in der Google-Suche und in Google Maps. Dort sehen Interessenten Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen, ohne Deine Website öffnen zu müssen. Prüfe zuerst, ob Dein Profil bestätigt ist und ob Du selbst als Inhaber des Profils eingetragen bist, nicht nur eine frühere Agentur oder ein ehemaliger Mitarbeiter. Danach füllst Du alle Felder aus, die Google für Deine Branche anbietet.
Kategorien
Die Hauptkategorie sollte Dein Kerngeschäft so genau wie möglich beschreiben. Eine Pizzeria ist mit einer Kategorie für Pizza besser beschrieben als mit dem allgemeinen „Restaurant“. Weitere Kategorien ergänzt Du nur für wichtige Bereiche, die Du wirklich anbietest, etwa die Werkstatt im Fahrradladen. Google rät ausdrücklich davon ab, für jede einzelne Leistung eine eigene Kategorie zu wählen.
Öffnungszeiten
Steht jemand vor verschlossener Tür, obwohl Google „Geöffnet“ anzeigt, verlierst Du Vertrauen. Halte Deine regulären Zeiten aktuell und trage abweichende Zeiten für Feiertage, Brückentage oder Betriebsferien rechtzeitig ein.
Fotos
Lade echte Fotos hoch: die Außenansicht mit Eingang, damit man Dich vor Ort wiedererkennt, dazu Innenräume, Team, Produkte oder Arbeitsergebnisse. Ergänze regelmäßig neue Bilder, etwa wenn ein Projekt fertig ist.
Beiträge
Mit Beiträgen weist Du direkt im Profil auf Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen hin, zum Beispiel auf Deinen Stand auf dem Trierer Weihnachtsmarkt oder ein neues Mittagsangebot. Kein Pflichtprogramm, aber ein Zeichen, dass hier jemand das Profil pflegt.
Name, Adresse, Telefon: überall gleich
Deine Kontaktdaten stehen an vielen Stellen: im Google-Unternehmensprofil, im Impressum, in Verzeichnissen, auf Social-Media-Profilen. Name, Adresse und Telefonnummer sollten an jeder dieser Stellen gleich lauten. Widersprüche verunsichern Kunden, und auch Google soll ohne Rätselraten erkennen können, dass alle Einträge zu Deinem Unternehmen gehören. Typische Stolperfallen:
- Name: mal mit Rechtsform, mal ohne, mal mit dem Zusatz „Trier“. Lege eine Schreibweise fest, am besten die von Deinem Schild, und halte Dich konsequent daran. Zusätze wie „GmbH“ erlaubt Google im Profilnamen nur, wenn sie nachweislich Teil des Namens sind. Im Impressum gehört die Rechtsform bei einer GmbH dagegen zu den Pflichtangaben.
- Adresse: Nach einem Umzug steht in alten Einträgen noch die frühere Anschrift. Das schickt Kunden an die falsche Tür.
- Telefon: eine alte Festnetznummer, die private Handynummer oder ein Anschluss, an den niemand mehr geht.
Im Google-Unternehmensprofil muss der Name außerdem so lauten wie auf Schild, Website und Briefpapier. Suchbegriffe wie „Friseur Trier günstig“ im Namen verstoßen gegen die Richtlinien von Google und können zur Sperrung des Profils führen.
Und wenn Kunden gar nicht zu Dir kommen, sondern Du zu ihnen, etwa als Handwerksbetrieb ohne Kundenverkehr in der Werkstatt? Dann legst Du im Profil ein Einzugsgebiet fest und blendest die Adresse aus.
Warum eindeutige Angaben auch für KI-Antworten zählen, liest Du im Artikel über GEO (Generative Engine Optimization).
Bewertungen gewinnen und beantworten
Bewertungen helfen Kunden bei der Entscheidung. Außerdem berücksichtigt Google nach eigenen Angaben ihre Zahl und die vergebenen Sterne beim lokalen Ranking.
So kommst Du an Bewertungen
Der einfachste Weg ist, aktiv zu fragen, und zwar alle Kunden, nicht nur die, bei denen Du ein gutes Gefühl hast:
- Bitte jeden Kunden direkt nach einem erledigten Auftrag um eine Bewertung, am besten persönlich. Per E-Mail brauchst Du dafür grundsätzlich die Einwilligung des Kunden, denn der Bundesgerichtshof wertet eine solche Bitte als Werbung, selbst in der Mail mit der Rechnung.
- Nutze den Bewertungslink aus Deinem Google-Unternehmensprofil, damit Kunden ohne Umweg beim Formular landen.
- Platziere den Link dort, wo Kunden ohnehin hinschauen: auf der gedruckten Rechnung, auf der Website oder als QR-Code an der Kasse.
Tabu sind gekaufte Bewertungen, Rabatte oder Geschenke als Gegenleistung, Bewertungen von Mitarbeitern oder Angehörigen, das gezielte Aussortieren unzufriedener Kunden und Druck, die Bewertung noch vor Ort abzugeben. Das alles untersagen die Richtlinien von Google. Gefälschte Bewertungen sind in Deutschland außerdem wettbewerbswidrig.
Antworten, auch auf Kritik
Antworte vor allem auf Kritik und auf Bewertungen, bei denen Du etwas ergänzen oder eine Frage beantworten kannst. Google selbst rät, vor allem dann zu antworten, wenn Du neue oder relevante Informationen mitteilen kannst. Öffentlich bei jedem bedanken musst Du Dich nicht. Wenn Du Dich bedankst, dann kurz und persönlich. Nicht nur die Verfasser lesen Deine Antworten, sondern alle, die Dein Profil ansehen. Bei Kritik gilt: sachlich bleiben, das Problem anerkennen und einen Weg zur Klärung anbieten, zum Beispiel ein Telefonat. Persönliche Daten oder Details zum Auftrag haben in einer öffentlichen Antwort nichts zu suchen.
Selbst löschen kannst Du Bewertungen nicht. Verstößt eine Bewertung gegen die Richtlinien, etwa weil sie beleidigend ist oder offensichtlich nicht auf einer echten Erfahrung beruht, kannst Du sie bei Google melden.
Lokale Inhalte und Standortseiten
Deine Website bleibt die Basis und sollte klar zeigen, was Du anbietest und wo. Dazu gehören Deine vollständigen Kontaktdaten, genauso geschrieben wie im Profil und gut sichtbar, etwa in der Fußzeile und auf der Kontaktseite. Wo es sprachlich passt, gehört der Ort in Seitentitel und Überschriften, zum Beispiel „Badsanierung in Trier und Umgebung“.
Standortseiten mit echtem Inhalt
Hast Du mehrere Filialen, bekommt jede eine eigene Seite mit Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrt, Ansprechpartnern und den Leistungen vor Ort. Im Profil jeder Filiale verlinkst Du dann die passende Standortseite statt der Startseite. Für Orte, in denen Du arbeitest, aber keinen Standort hast, lohnt sich eine eigene Seite erst, wenn Du dort etwas vorzuweisen hast, etwa Projekte oder Referenzen. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, helfen niemandem, und Google wertet sie in seinen Spamrichtlinien als Verstoß.
Bei einem Relaunch sollten Standortseiten ihre URLs behalten oder sauber weitergeleitet werden, wie in unserer Relaunch-Checkliste beschrieben.
Inhalte aus Deinem Alltag
Lokale Inhalte entstehen fast nebenbei, wenn Du aus Deinem Arbeitsalltag erzählst: ein Projektbericht über eine Dachsanierung in Trier-Heiligkreuz, Antworten auf Fragen, die Kunden im Laden immer wieder stellen, oder Hinweise zum Parken in der Innenstadt. Welche Begriffe Menschen in Deiner Region tatsächlich suchen, zeigt Dir eine saubere Keyword-Recherche. Damit aus guten Vorsätzen eine Routine wird, hilft ein einfacher Content-Plan.
Verzeichniseinträge und laufende Pflege
Neben Google gibt es weitere Stellen, an denen Menschen Unternehmen suchen: die Kartendienste von Apple und Microsoft, allgemeine Branchenverzeichnisse, Fachportale Deiner Branche und regionale Seiten. Oft existieren dort schon Einträge, die Du nie selbst angelegt hast, manchmal mit veralteten Daten. So gehst Du vor:
- Bestand aufnehmen: Suche nach Deinem Firmennamen, Deiner Telefonnummer und, falls Du umgezogen bist, nach Deiner alten Adresse.
- Korrigieren: Übernimm überall exakt die Schreibweise aus Deinem Google-Unternehmensprofil. Doppelte Einträge lässt Du beim jeweiligen Anbieter entfernen.
- Gezielt ergänzen: Trage Dich dort ein, wo Deine Kunden tatsächlich suchen, statt Dich in jedem Verzeichnis zu verewigen.
- Festhalten: Notiere alle Einträge mit Link und dem Konto, über das Du sie verwaltest. Beim nächsten Umzug weißt Du dann, welche Einträge Du ändern musst.
Vorsicht bei Schreiben, die wie eine Rechnung aussehen und einen Eintrag in ein unbekanntes Verzeichnis anbieten: Dahinter kann ein teurer Vertrag ohne erkennbaren Nutzen stecken.
Dranbleiben
Neue Bewertungen liest Du am besten zeitnah und antwortest bei Bedarf. Für den Rest hilft ein fester Termin im Monat: Fotos und Beiträge ergänzen, Öffnungszeiten für die nächsten Feiertage eintragen und prüfen, ob Google Angaben in Deinem Profil geändert hat, etwa aufgrund von Vorschlägen anderer Nutzer.
Local SEO ist Pflege, kein Projekt mit Enddatum. Vollständige, aktuelle und überall gleiche Angaben sind die Grundlage für alles andere.
