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Keyword-Recherche: So findest Du Suchbegriffe, die Kunden bringen

Keyword-Recherche: So findest Du Suchbegriffe, die Kunden bringen

Bei Google beschreiben Menschen ihr Anliegen nicht unbedingt so, wie Du es tun würdest. Keyword-Recherche heißt: herausfinden, mit welchen Worten Deine Kunden suchen, was sie wirklich wollen und welche Seite Deiner Website darauf antwortet. Für den Anfang reichen die Daten, die Google Dir selbst liefert, und etwas System.

Suchintention: Was will die Person hinter der Suche?

Hinter jeder Suchanfrage steckt ein Ziel. Diese Suchintention entscheidet, welche Art von Seite zu einem Keyword passt. Vier Arten solltest Du kennen:

  • Informational: Jemand will etwas wissen, etwa „Heizkörper entlüften Anleitung“. Passend ist ein Ratgeber mit klarer Antwort.
  • Kommerziell: Jemand vergleicht vor einer Entscheidung, etwa „Wärmepumpe oder Pelletheizung“. Hier helfen Vergleiche und Leistungsseiten mit guten Argumenten.
  • Transaktional: Jemand will jetzt kaufen, buchen oder anfragen, etwa „Heizungswartung Trier Termin“. Dafür eignet sich eine Leistungs- oder Produktseite mit einfacher Kontaktmöglichkeit.
  • Navigational: Jemand sucht eine bestimmte Marke oder Website, etwa den Namen Deines Betriebs plus „Öffnungszeiten“. Dann sollten Deine Website und Dein Google-Unternehmensprofil die Antwort liefern.

Welche Absicht dahintersteckt, zeigt ein einfacher Test: Gib das Keyword bei Google ein und schau Dir die ersten Treffer an. Vor allem Ratgeber? Dann wollen die Leute etwas wissen. Shops und Leistungsseiten? Dann wollen sie kaufen oder anfragen. Eine Karte mit Betrieben aus der Umgebung? Dann ist die Suche lokal. Ein Ratgeber zum Entlüften passt also nicht zu „Heizungsnotdienst Trier“.

Seed-Keywords: Mit den Worten Deiner Kunden starten

Seed-Keywords sind Deine Ausgangsbegriffe: die wenigen Wörter, mit denen sich Dein Angebot beschreiben lässt. Für einen Malerbetrieb sind das zum Beispiel „Maler“, „Fassade streichen“ oder „Tapezieren“. Gute Quellen:

  • Dein Angebot: Schreib jede Leistung so auf, wie Kunden sie nennen. Steht im Angebot „Wärmedämmverbundsystem“, sagen Kunden aber „Fassade dämmen“, kommt die Formulierung Deiner Kunden auf die Liste.
  • Kundenfragen: Was wirst Du am Telefon, per E-Mail oder im Laden immer wieder gefragt? Jede wiederkehrende Frage ist ein möglicher Suchbegriff. Frag auch Dein Team.
  • Google selbst: Tipp Deine Begriffe ins Suchfeld und schau, was die Autovervollständigung vorschlägt. Auf der Ergebnisseite findest Du oft weitere Fragen und verwandte Suchanfragen.
  • Wettbewerber: Wie nennen andere Anbieter ihre Leistungen? Nicht um abzuschreiben, sondern um Begriffe zu entdecken, an die Du noch nicht gedacht hast.
Collage: Eine Hand hält eine Glühbirne vor einem gelben Kreis, links unten grüne Pixelquadrate
Gute Ideen für Seed-Keywords liefern oft Deine Kunden selbst.

Long-Tail: Längere Suchbegriffe mit klarer Absicht

Kurze Begriffe wie „Maler“ haben oft viel Suchvolumen, verraten aber wenig über die Absicht. Sucht die Person einen Handwerker, einen Ausbildungsplatz oder einen Künstler? Long-Tail-Keywords sind längere, genauere Suchanfragen wie „Maler für Fassadenanstrich in Trier“ oder „Altbauwohnung streichen lassen worauf achten“. Sie werden einzeln seltener gesucht, dafür ist klarer, was die Person will, und die Konkurrenz ist oft kleiner.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Long-Tail deshalb häufig der realistischere Weg. So erweiterst Du Deine Seed-Keywords:

  • Ort: Stadt, Stadtteil oder Region, etwa „Maler Trier“.
  • Anlass: etwa „Wasserflecken an der Decke überstreichen“ oder „Wohnung streichen vor Auszug“.
  • Zielgruppe: etwa „Malerarbeiten für Hausverwaltungen“.
  • Fragen: Wie, was, wann, warum? Etwa „Wie lange muss Fassadenfarbe trocknen?“

Solche Fragen beantwortest Du in einem Ratgeber oder in einem Abschnitt mit häufigen Fragen auf der Leistungsseite. Welche Rolle klare Antworten auch für KI-Assistenten spielen können, liest Du im Artikel über GEO (Generative Engine Optimization).

Ein gutes Keyword erkennst Du nicht in erster Linie am Suchvolumen, sondern daran, ob die Absicht dahinter zu Deinem Angebot passt.

Google Search Console und Keyword-Planer nutzen

Google Search Console: Was schon funktioniert

Die Google Search Console zeigt Dir, bei welchen Suchanfragen Deine Website bereits in den Ergebnissen auftaucht. Im Leistungsbericht siehst Du zu den aufgeführten Suchanfragen zunächst Klicks und Impressionen. Klickrate (CTR) und durchschnittliche Position blendest Du oberhalb des Diagramms per Klick ein. Wähle einen längeren Zeitraum und sortiere nach Impressionen. Interessant sind vor allem zwei Fälle:

  • Viele Impressionen, wenige Klicks: Prüfe, ob die Seite weit hinten steht oder ob Seitentitel und Meta-Description nicht zur Suche passen.
  • Position knapp hinter den ersten Treffern: Hier lohnt es sich oft, die passende Seite gezielt zu verbessern.

Drei Grenzen hat der Bericht: Sehr seltene Suchanfragen lässt Google aus Datenschutzgründen weg, die Tabelle enthält höchstens 1.000 Zeilen, und Du siehst nur, wofür Du schon sichtbar bist.

Google Keyword-Planer: Was gesucht wird

Für neue Ideen nimmst Du den Google Keyword-Planer. Er ist Teil von Google Ads. Du brauchst also ein Google-Ads-Konto, und bevor Du Keyword-Ideen abrufen kannst, musst Du die Kontoeinrichtung abschließen und Zahlungsinformationen hinterlegen. Danach gibst Du Begriffe oder eine Website ein und bekommst Vorschläge mit dem durchschnittlichen monatlichen Suchvolumen. Stell Region und Sprache passend ein: Für einen Betrieb in Trier sagt das Volumen in ganz Deutschland wenig aus. Drei Dinge solltest Du wissen:

  • Die Werte sind gerundete Durchschnitte, je nach Konto sogar nur grobe Spannen. Nimm sie als Orientierung, nicht als exakte Zählung.
  • Die Spalte „Wettbewerb“ bezieht sich auf Anzeigen. Wie schwer es in den organischen Ergebnissen wird, verrät sie nicht.
  • Hohe Werte in den Spalten „Gebot für obere Positionen“ bedeuten, dass Werbetreibende für das jeweilige Keyword bisher viel bezahlt haben: ein Hinweis auf kommerzielles Interesse.

Kaum Suchvolumen heißt nicht, dass ein Keyword wertlos ist: Wenige Suchen mit klarer Kaufabsicht können mehr bringen als viele unentschlossene. Nutzt Du die Keywords auch für Anzeigen, lies, wie Du in Google Ads kein Budget verschwendest.

Wettbewerb einschätzen: Wo hast Du echte Chancen?

Viel Suchvolumen nützt Dir wenig, wenn vorne nur große Portale, Marktplätze und bundesweite Marken stehen. Schau deshalb selbst in die Suchergebnisse und stell Dir vier Fragen:

  • Wer steht vorne? Betriebe wie Deiner oder Portale, Verzeichnisse und große Marken?
  • Welche Art von Seiten? Ratgeber, Leistungsseiten, Shops oder Videos? Auch daran erkennst Du die Suchintention.
  • Wie gut sind die Treffer? Beantworten sie die Frage vollständig, aktuell und verständlich? Wenn Du es deutlich besser kannst, ist das Deine Chance.
  • Was zeigt Google noch? Anzeigen, eine Karte mit lokalen Ergebnissen oder eine Übersicht mit KI können die klassischen Treffer nach unten schieben.

Schwierigkeitswerte aus SEO-Tools sind Schätzungen der jeweiligen Anbieter: gut für die Vorauswahl, aber kein Ersatz für diesen Blick.

Eine junge Website hat bei allgemeinen Begriffen meist einen langen Weg vor sich. Bei lokalen oder sehr konkreten Suchanfragen sieht das oft anders aus. Kommen Deine Kunden vor allem aus der Region, hilft Dir der Artikel zu Local SEO in Deiner Stadt.

Keywords den richtigen Seiten zuordnen

Jedes Keyword bekommt jetzt ein festes Zuhause auf Deiner Website.

Eine Seite, eine Hauptsuchintention

Fasse Keywords, die dasselbe meinen, zu Gruppen zusammen. „Fassade streichen lassen“, „Fassadenanstrich“ und „Hausfassade neu streichen“ gehören auf dieselbe Seite. Jede Seite bekommt eine Hauptsuchintention und ein Hauptkeyword, dazu passende Varianten und Fragen. Beim Malerbetrieb könnte das so aussehen:

  • Leistungsseite „Fassadenanstrich“: transaktional, für „Fassade streichen lassen Trier“ und verwandte Begriffe.
  • Ratgeber „Wann sollte man die Fassade streichen?“: informational, für Fragen zu Zeitpunkt, Wetter und Vorbereitung.
  • Vergleich „Silikatfarbe oder Dispersionsfarbe?“: kommerziell, für alle, die sich noch entscheiden.

Das Hauptkeyword gehört in Seitentitel und Hauptüberschrift. Im Text verwendest Du es so oft, wie es sich natürlich liest. Halte die Zuordnung in einer einfachen Tabelle fest: Keyword-Gruppe, Suchintention, Seite, Status. Gruppen ohne passende Seite sind Deine nächsten Themen für den Content-Plan.

Kannibalisierung vermeiden

Kannibalisierung heißt: Mehrere Seiten Deiner Website zielen auf dieselbe Suchintention. Das kann dazu führen, dass Google mal die eine, mal die andere zeigt und keine so gut abschneidet, wie sie könnte. Prüfen kannst Du das in der Search Console: Klick im Leistungsbericht auf eine Suchanfrage und wechsle zum Tab „Seiten“. Tauchen dort mehrere Deiner Seiten mit ähnlich vielen Impressionen auf, schau genauer hin. Typische Lösungen:

  1. Inhalte zusammenführen und die schwächere Seite per 301-Weiterleitung auf die stärkere umleiten.
  2. Die Seiten klar auf unterschiedliche Suchintentionen ausrichten, etwa eine als Ratgeber und eine als Leistungsseite.
  3. Intern eindeutig verlinken, damit erkennbar ist, welche Seite für das Thema steht.

Wie Weiterleitungen sauber funktionieren, erklärt die Checkliste zum Website-Relaunch.

Suchverhalten, Angebot und Wettbewerb ändern sich, Keyword-Recherche ist also nie ganz fertig. Ein regelmäßiger Blick in die Search Console zeigt Dir, wo Du nachschärfen solltest.

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